Marktkommentar : Private Equity – Auf die Auswahl kommt es an

Thomas Frey
Private Equity ExperteLUNIS Vermögensmanagement AG
Investoren stehen in dem derzeitigen Umfeld vor der Herausforderung, attraktive und renditestarke Anlagemöglichkeiten zu findenPrivate Equity als Anlageklasse hat sichin Krisenzeiten bewährt undfür Investorenattraktive Renditen erwirtschaftet. Da die attraktivsten Beteiligungsgesellschaften in der Regel keine neuen Investoren annehmen und aufgrund der hohen Mindestbeteiligungsgrößen ist es für private Investoren wichtig, mit einem Anbieter zusammenzuarbeiten, der mehrere Investoren bündeln kann und ein hervorragendes Netzwerk und eine langjährige Erfahrung in dieser Anlageklasse besitzt.

Beteiligungsmöglichkeiten


Private Equity steht im Wesentlichen für die Investition in das Eigenkapital von Unternehmen, die nicht an der Börse notiert sind. Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Möglichkeiten, in dieser Anlageklasse zu investieren. Eine Direktinvestition in ein Unternehmen hat in der Regel das größte Chancenpotential, birgt aber auch erhebliche Risiken. Diese Art der Investition kommt für die Mehrheit derInvestoren nicht in Frage.

Die zweite Möglichkeit besteht in der Investition in Beteiligungsgesellschaften, die in mehrere Unternehmen investieren und so bereits eine Risikostreuung berücksichtigen. Diese Art der Investition wird von uns bevorzugt. Hierbei ist es natürlich ganz entscheidend, die besten Beteiligungsgesellschaften auszuwählen, da zu Beginn einer Investition die Zielinvestments noch nicht bekannt sind. Die dritte Option besteht in der Investition in Dachfonds (Fondsgesellschaften, die ihrerseits wieder in Beteiligungsgesellschaften investieren). Unter dem Aspekt der Risikostreuung eine sehr interessante Art der Investition.

Zusätzlich haben sich am Markt die so genannten „Secondary-Fonds“ etabliert. Bei dieser Form der Anlage kauft das Fondsmanagement Private Equity-Beteiligungen von institutionellen Anlegern auf, in der Regel mit einem Abschlag, der sich an den aktuellen Marktgegebenheiten orientiert. Waren es in der Vergangenheit eher regulatorische Anforderungen, sind es zwischenzeitlich auch Aspekte des Portfoliomanagements, die die institutionellen Investoren zu einem Verkauf von Beteiligungen bewegen. Frühere Kapitalrückflüsse und eine aufgrund des Diversifikationsaspektes geringere Risikogewichtung sind nur einige der Vorteil einer Investition in einen derartigen Fonds.

Unternehmenszyklen


Darüber hinaus investieren die unterschiedlichen Beteiligungsgesellschaften jeweils in unterschiedliche Stadien im Lebenszyklus eines Unternehmens. Diese beginnen mit der Frühphasen von Unternehmen, wenn eine Produktentwicklung oder die eigentliche Unternehmensgründung im Vordergrund steht. Daran schließt sich in der Regel eine Expansionsphase an, mit der das Wachstum des Unternehmens vorangetrieben werden soll. Schließlich kann auch in große, bereits etablierte Unternehmen investiert werden, wenn es darum geht, eine regionale oder globale Marktführerschaft anzustreben.

Regionen und Währungen


Zusätzlich ist auch der geografische Aspekt entscheidend. Einige Beteiligungsgesellschaften haben sich auf ein spezielles Land bzw. Region spezialisiert,andere investieren länderübergreifend und weitere schließlich auf globaler Ebene.Hierbei spielenauch die unterschiedlichen Währungen eine nicht zu vernachlässigende Rolle.

Der Portfoliogedanke ist entscheidend


Neben der Auswahl der Beteiligung an sich ist es von entscheidender Bedeutung, nicht nur eine einmalige Investition zu tätigen, sondern sich über mehrere Jahre hinweg ein Portfolio an verschiedenen Private Equity-Beteiligungen aufzubauen. Eine gute Diversifikation über verschiedene Strategien, Auflegungsjahre und verschiedene Konjunkturzyklen hinweg ist wichtig, um die Anlageklasse Private Equity in der Vermögensallokation richtig einzusetzen und um von der Attraktivität dieser Anlageklasse entsprechend profitieren zu können.

Thomas Frey


Nach der Ausbildung zum Bankkaufmann und dem erfolgreichen Abschluss seines Studiums zum Diplom-Volkswirt an der Universität Mannheim begann Thomas Frey seine Karriere bei der Deutschen Bank in Mannheim. Seine Stationen bei der Deutschen Bank führten ihn schließlich nach Frankfurt, wo er 2007 zur Credit Suisse (Deutschland) AG wechselte und sich dort auf die Anlageklasse Private Equity spezialisierte. Mit dem Wechsel zur Bank J. Safra Sarasin (Deutschland) AG 2012 verantwortete er den Aufbau der Private Equity-Angebotspalette und übernahm die Leitung des Produktbereichs für Deutschland. Seit Anfang 2018 verantwortet er den Produktbereich bei der LUNIS Vermögensmanagement AG, wobei sein Fokus auf der Selektion attraktiver Private Equity-Beteiligungen liegt.

Disclaimer: Der Marktkommentar stellt die Meinung des jeweiligen Verfassers dar und nicht die der Redaktion von biallo.de. Ferner sind die im Marktkommentar formulierten Inhalte keine konkreten Handlungsanweisungen für den Umgang mit Wertpapieren. Jegliche Investitionsentscheidung, die aus dem Marktkommentar durch den Kunden abgeleitet wird, basiert ausschließlich auf dem eigenen Ermessen des Kunden.
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