Geldanlage

Sparen mit ETFs: Die zehn wichtigsten Fragen

13.03.2020
Max Geißler
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Auf einen Blick
  • Wer keine Ahnung von der Börse hat, kann mit einem ETF mitmischen. Die börsengehandelten Indexfonds bieten eine breite Streuung und sind wesentlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds.

  • Angesichts der aktuellen Börsenlage sollten Anleger allerdings lieber mit einem langlaufenden ETF-Sparplan statt mit einer Einmalanlage einsteigen.

  • Etliche Banken und Online-Broker haben kostenlose ETF-Sparpläne im Programm, wo die Ordergebühren entfallen. 
In Sachen ETFs gilt es einiges zu beachten.
pichetw / Shutterstock.com

Möchten Sie langfristig Kapital aufbauen, kommen Sie um Börsenbeteiligungen kaum herum. Zugegeben: Im Moment möchten viele Anleger eher nicht auf ihr Depot schauen, da sich der Markt im Crash-Modus befindet. Dennoch kann sich gerade jetzt ein Einstieg lohnen – zumindest auf lange Sicht. Am besten funktioniert das mit einem kostenlosen ETF-Sparplan, der sich gerade in fallenden Märkten wegen des Durchschnittskosteneffekts der monatlichen Sparraten besser eignet als eine Einmalanlage. 

Doch wie funktionieren diese börsengehandelten Indexfonds überhaupt und was sollten Anleger bei der Anlage in ETFs beachten? Wir beantworten im Folgenden die zehn wichtigsten Fragen. 

1. Was versteht man unter ETF?

Ein ETF, kurz Exchange Traded Fund, ist ein börsengehandelter Indexfonds. Sein Ziel ist es, einen festgelegten Börsenindex, etwa den Dax oder den US-amerikanischen Dow Jones, so exakt wie möglich nachzubilden, damit der Fonds die gleiche Wertentwicklung wie der Index erzielt.

Da die Zusammensetzung des ETF durch den Referenzindex vorgegeben ist, benötigt man keinen Fondsmanager, der den Fonds überwacht. Diese Arbeit übernehmen Computer, man spricht deshalb von passiv gemanagten Fonds.

2. Bieten ETFs Kostenvorteile?

Ja, ETFs sind aufgrund ihrer passiven Anlagestruktur preiswerter als aktiv gemanagte Aktienfonds. Der Kostenvorteil kann bis zu zwei Prozent pro Jahr betragen. Gewöhnlich belaufen sich die laufenden Kosten eines ETF auf 0,2 bis 0,3 Prozent pro Jahr. Ausgabeaufschläge wie bei aktiven Fonds gibt es bei ETFs nicht.

Allerdings fallen bei ETFs neben den Ordergebühren noch zusätzliche Handelskosten an, die sich entweder aus der Geld-Brief-Spanne (Spread) beim Kauf über die Börse ergeben oder durch die sogenannten Additional Trading Costs (ATC) beim außerbörslichen Kauf über Fondsplattformen oder Direktbanken. Je nach ETF betragen die ATC null bis 3,0 Prozent, im Mittel betragen sie circa 0,25 Prozent.

3. Wo kaufe ich ETF?

Am Bankschalter werden nur selten ETFs angeboten, da die Kreditinstitute fast nichts daran verdienen. Um ETFs zu kaufen, empfehlen sich Direktbanken und Online-Broker. Sie bieten eine große Auswahl, häufig mehrere Tausend Stück. Wählen Sie in der Ordermaske die Kategorie ETF aus, dann erfolgt der Kauf automatisch über die Börse.

  • Biallo-Tipp: Zahlreiche Banken und Online-Broker haben ETF-Aktionen im Programm, wo die Ordergebühren und ATC bei bestimmten Produkten erstattet werden. Mehr Infos dazu erhalten Sie in unserem Ratgeber "Kostenloser ETF-Sparplan"

Lesen Sie auchDie besten ETFs auf den MSCI World Index

4. Wie lange muss ich einen ETF halten?

Im Gegensatz zu einem Banksparplan oder einer Rentenversicherung gehen Sie beim Kauf eines Indexfonds keine vertragliche Laufzeit ein. Sie können ETF-Anteile jederzeit verkaufen beziehungsweise einen Sparplan aussetzen, beenden oder die Ratenhöhe verändern. Die Länge der Laufzeit orientiert sich nach Ihrem Sparziel. Vorsorgesparer haben naturgemäß einen langen Sparhorizont, potentielle Immobilienkäufer, die Eigenkapital aufbauen wollen, eher einen kürzeren.

Die vergangenen 50 Jahre haben gezeigt: Wer einen ETF auf den MSCI World Index mindestens 15 Jahre konsequent monatlich bespart hat, hat zu jedem Einstiegszeitpunkt eine positive Rendite erzielt. Dass das allerdings auch die nächsten 50 Jahre so sein wird, dafür gibt es keine Garantie. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch.

Lesen Sie auch: Sind ETFs wirklich besser als gemanagte Fonds?

5. Für welchen Anlegertyp eignen sich ETFs?

ETFs eignen sich für fast alle Anleger. Für offensive Anleger stehen zahllose Aktien-ETFs bereit, zum Beispiel der iShares Core MSCI World UCITS ETF . Risikoscheue, defensive Anleger finden eine Fülle von Renten-ETFs, zum Beispiel den Lyxor ETF Euro Corporate Bond.

Positiv: Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds laufen ETFs niemals schlechter als ihr jeweiliger Vergleichsindex, allerdings auch nicht besser. Möchten Sie punktgenau auf einen bestimmten Termin hin eine festgelegte Summe ansparen, sind ETFs aufgrund schwankender Fondskurse jedoch ungeeignet. In diesem Fall empfehlen sich Festgeld oder Sparbriefe.

Lesen Sie auch: ETFs – Stolperfallen für Einsteiger

6. Welche Risiken beinhalten ETF?

ETFs beinhalten typische Börsenrisiken, etwa das Kursrisiko oder das Zinsänderungsrisiko. Wenn Sie zu ungünstigen Zeitpunkten ein- und aussteigen, können Wertverluste die Folge sein. Bei ETFs, die überwiegend in Aktien außerhalb des Euroraums investieren, besteht zudem ein gewisses  Währungsrisiko. Zudem sollten ETFs im Hinblick auf die Liquidität auch nicht zu klein sein.

Lesen Sie auchETFs – Geringes Volumen birgt Risiko

Positiv: ETFs gehören zum Sondervermögen einer Fondsgesellschaft. Das heißt bei einer Pleite der Fondsgesellschaft sind die Fondsanteile davon nicht betroffen, sie gehören weiterhin dem Anleger.

7. Welche Indizes eigenen sich besonders für Sparpläne?

Langfristsparer sollten vorrangig auf breit gefächerte Aktienindizes setzen, zum Beispiel den MSCI World Index oder den Stoxx 600 Europe. Gut diversifizierte Aktienindizes sind weniger schwankungsanfällig als marktenge Indizes oder Branchenindizes.

Lesen Sie auch: ETFs – Günstige Alternativen zum MSCI World

8. Kann man VL-Leistungen mit ETF ansparen?

Ja, einige Banken haben dafür ETFs im Programm, etwa die Commerzbank oder ihre Tochter Comdirect. Die Ebase-Tochter Finvesto bietet sogar extra ein VL-Depot mit ETFs an. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber " VL-Sparen mit ETFs".

9. Besser ausschüttender oder thesaurierender ETF?

Auch ETFs profitieren von Aktiendividenden. Verbleiben die Aktien-Ausschüttungen im Fondsguthaben, puschen sie dank Zinseszinseffekt den Kurs. Thesaurierende, also wiederanlegende Fonds, empfehlen sich, wenn Sie Vermögensaufbau betreiben wollen. Beispiele hierfür sind der iShares DivDax, der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield oder der Xtrackers Stoxx Global Select Dividend. Im Gegensatz dazu eigenen sich ausschüttende ETFs, wenn Sie auf regelmäßige Kapitalerträge angewiesen sind.

Lesen Sie auch: Thesaurierende und ausschüttende Fonds im Vergleich

10. Was ist ein synthetischer ETF?

Im Gegensatz zu einem physischen ETF, der seinen Referenzindex mit echten Aktien oder Anleihen nachbildet, funktioniert ein synthetischer ETF über sogenannte Swaps (Tauschgeschäfte). Dazu trifft der Fonds mit einer Investmentbank eine Vereinbarung, die ihm genau die Wertentwicklung des gewünschten Index zusichert.

Im Gegenzug erhält die Bank die Wertentwicklung eines beliebigen Aktienportfolios, welches der Fonds besitzt. Differenzen bei den Wertentwicklungen werden von Zeit zu Zeit ausgeglichen. Für die Fondsgesellschaft ist diese Konstruktion kostengünstiger.

Das Problem: Geht der Swap-Partner (also die Bank) pleite, steht dem Swap-Geschäft kein physisches Wertpapier gegenüber, sondern eine wertlose Inhaberschuldverschreibung. Mit physischen ETFs sind Anleger daher eher auf der sicheren Seite.

Lesen Sie auch: Investieren in ETFs – Die richtige Anlagestrategie zählt

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  Max Geißler


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